Integrierte Gesamtschule Rinteln

Projekt

Bau einer energieeffizienten
Integrierten Gesamtschule in
Holzbauweise, Rinteln

Entwurf

bez+kock architekten

Stuttgart

Auftraggeber

Landkreis Schaumburg

Jahnstraße 20

Kreishaus

31655 Stadthagen

Fon 05721 703-0

www.schaumburg.de

Bearbeitete Leistungsphasen

LPH 1-9

Nachhaltige Schule mit Strahlkraft

Wo steht Norddeutschlands größte Schule in Holzbauweise? In Rinteln, die Integrierte Gesamtschule, kurz IGS. Architektur, Bauart und Technik sind wegweisende Beispiele für mutiges und zeitgemäßes, weil nachhaltiges Bauen. Das Team von Schröder & Partner plante und realisierte die komplette elektrische Gebäudeausrüstung.

 

Seit Herbst 2021 funktioniert der IGS-Neubau an der Rintelner Burgfeldsweide. 840 Schülerinnen und Schüler gehen täglich ein und aus. Und haben Freude an der ungewohnten Atmosphäre: „Wir fühlen uns wie in einem großen skandinavischen Ferienhaus. Es ist sehr ruhig in der Schule, alles ist gut gedämmt, man hat eine gute Raumakustik und das kommt insbesondere den ‚Hörkindern‘ zugute, für die ein Nachhall in den alten Klassenräumen purer Stress war“, berichtet Schulleiter Torsten Rudolf.

Holz aus dem Bückeberg

Die IGS ist als demontierbarer Massivholzbau mit Holzfassade ausgeführt. Das an der Fassade verbaute Lärchenholz stammt aus dem Forst des Bauherrn Landkreis Schaumburg. Nahezu alle wesentlichen Tragwerks- und Bauteile sind im Innenraum sichtbar. Dadurch wird der Holzbau initialer Bestandteil des Gestaltungskonzepts.

Klare Architektur

Der 112 Meter lange Neubau beeindruckt mit seiner ruhigen, rechteckigen Geometrie.

Klar und einfach ist auch die innere Aufteilung des Neubaus: Im Erdgeschoss sind 13 Fachunterrichtsräume für Biologie, Physik, Chemie, Kunst/Werken, Musik und EDV untergebracht, dazu Besprechungsräume, Verwaltung und Technik. Im Obergeschoss sind alle 30 Schulklassen mit Multimedia-Screens und Kautschukböden ausgestattet. Dabei ist jedem Jahrgang ein eigener Gebäudeteil mit Innenhof zugeordnet. Alle Räume sind über die Aufzüge barrierefrei zu erreichen. Mittelpunkt der Schule ist die Aula.

Energiekonzept mit Zukunft

Angenehme Raumatmosphäre und Materialhaptik verbinden sich mit rationeller Fertigung, kurzer Bauzeit (Herbst 2019 bis Herbst 2021) und einem zukunftsweisenden Energiekonzept. Und das hat es in sich: Der Großteil des Stromenergiebedarfs des Gebäudes wird in einer Aufdach-Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 200 kWp produziert. Das Team von Schröder & Partner plante zudem die gesamte elektrische Anlage, die Einbruchmeldeanlage, die Brandmeldeanlage mit Zwei-Sinne-Alarmierung (akustisch und optisch), eine Sprachalarmanlage, drei Aufzüge, die Stromversorgung in den Außenanlagen (Innenhöfe und Schulhof) sowie die Beleuchtung des Busbahnhofs.

Zum Lüften Fenster öffnen

Auf eine elektrische Lüftungsanlage verzichtete der Architekt Thorsten Kock (bez+kock architekten, Stuttgart) bewusst: „Ich wollte kein Haus bauen, das eigentlich ein Computer ist!“ Es gibt zwar notwendige Technik für automatische Abschattungen und Nachtbelüftungen. Zum großen Lüften müsse man aber einfach die Fenster aufmachen. Und auch die Türen der Klassenräume. Das sei anfangs etwas ungewohnt gewesen, sagte Kock.

Landrat lobt Herzblut der Planer

Landrat Jörg Farr lobte als Hausherr das Ergebnis: Viel Wissen, viel Engagement und viel Herzblut der Planer sei in das Gebäude eingeflossen. Die IGS sei eine zukunftsweisende Schule mit großer Strahlkraft auf die ganze Republik: „Mir kommt es so vor, als wenn die Schule in diesem besonderen Gebäude auflebt“, freute sich Farr über die große Akzeptanz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerschaft für das neue Gebäude.

Baudezernent lobt Mut der Politik

Glücklich mit Bauweise und Ausführung ist auch Schaumburgs Baudezernent Fritz Klebe: Er erinnerte daran, dass es anfangs Widerstand gegen die Holzbauweise gegeben habe. Einige Politiker hätten bei den ersten Überlegungen an einen roten Ziegelbau gedacht.“ Er zeigte sich erfreut, dass letztlich einer Experimentierfreude „wie man sie aus den Niederlanden kenne“ Raum gelassen wurde. Dabei gab es, so Klebe, auch formale Widerstände zu überwinden: „Viele Bauvorschriften orientieren sich an konventionellen Bauten.“ Das gelte insbesondere für den Brandschutz: „Holzgebäude brennen aber nicht leichter als andere Bauten, es ist nur schwieriger, einige Vorschriften umzusetzen“, so Klebe.

Der Grundriss des Sockelgeschosses, das die 13 Fachräume und die Verwaltung der IGS Rinteln beherbergt, zeigt die ungewöhnlich klare Gliederung des Gebäudes in mehrere Baukörper. Sie werden durch eine Lärchenholzfassade verbunden.
Foto: bez+kock
Geschlossene Innenhöfe trennen und belichten die unterschiedlichen Gebäudeteile. Im ersten und zweiten Geschoss finden sich die Unterrichtsräume für die 840 Schülerinnen und Schüler der IGS Rinteln.
Foto: bez+kock

Architekt Thorsten Kock hat in der IGS Rinteln vielfältige Räume der Begegnung geschaffen.

Foto: bez+kock.

Beeindruckend sind auch die aufwändig gestalteten Außenanlagen der IGS Rinteln.

Fotos: Schröder & Partner.

Weitere Aktuelle Projekte